„Die Ehe schützt nicht vor dem Plan B des Staates“

„Die Ehe schützt nicht vor dem Plan B des Staates“

Thomas Schleicher referierte am 27.03.2014 zur Vorsorge für den Fall X beim Bund der Selbständigen.

Ilshofen. „Jedes Jahr entstehen rd. 3 Mio. Situationen bundesweit, auf die man mit eine…r Vorsorge mittels Vollmacht, Testament & Co. vorbereitet sein sollte – mindestens“ berichtet Thomas Schleicher in seinem Vortrag „Vorgesorgt – für den Fall X“. Nur 3% der erwachsenen Bundesbürger besitzen nachweislich eine Vorsorge dafür. Dunkelziffer – unbekannt.

Besitzt man keine eigene Vorsorge greift der Plan B des Staates. Welche Schwierigkeiten dieser in der Praxis mit sich bringt zeigt der Business-Experte in einem Videoclip anhand eines Beispiels, das im ARD-Magazin „Brisant“ öffentlich wurde. Durch einen Arbeitsunfall 1999 wurde ein Familienvater schwer verletzt und liegt seitdem im Wachkoma. Die Familie besaß keine Vorsorgevollmacht – weil man glaubte, durch die Ehe darf man sich im Notfall gegenseitig vertreten. Ein Irrglaube, den viele Paare bis heute besitzen. Tatsächlich wurde im geschilderten Fall per gerichtlicher Anordnung ein fremder Betreuer eingesetzt. So waren alle finanziellen Mittel des Vaters 9 Jahre eingefroren. Die Fremdbetreuung bereitete neben den psychischen Belastungen für die Familie viel Papierkram und Ärger – den man sich mit einer entsprechenden Vorsorge leicht hätte sparen können.

„Der staatliche Plan B ist im BGB verankert und gut gemeint – aber schlecht gemacht. Speziell bei Ihnen als Unternehmern ist ein eigener Plan B mittels richtiger Vorsorge extrem wichtig – denn es hängt nicht nur die Familie, sondern auch Ihr berufliches Umfeld dran. Mitarbeiter, Geschäftspartner, Kunden – alle sind ohne Vorkehrungen Betroffene. Das kann schnell die Existenz gefährden“ berichtet Thomas Schleicher, der selbst 3 Unternehmen führt. Im Mai 2010 erlebte er selbst, welche Folgen eine unterlassene Vorsorge mit sich bringt. Seine Erkenntnis damals: nicht nur die fehlende Existenz von Testament & Co. bereiten massive Probleme – sondern auch die Auffindbarkeit aller anderen wichtigen Dokumente und Informationen. Deshalb war für ihn auch als jungem Menschen schnell klar, es seiner Familie und seinem Umfeld im Ernstfall leichter zu machen. Er verteilte viele praktische „Wissensedelsteinchen“ und präsentierte den Teilnehmern seinen Sorgen-Los-Koffer. Dieser bündelt Unterlagen und Informationen und sorgt für deren Auffindbarkeit und Pflege.

„Sie haben dieses trockene Thema sehr lebhaft und auch unterhaltsam rüber gebracht. Mir waren viele Aspekte so nicht präsent. Ich denke, die Teilnehmer können da sehr viel für sich mitnehmen“ resümierte Roland Lorenz, Kreisvorsitzender des BdS im Kreisverband Schwäbisch Hall sehr zufrieden. „Wir werden unseren Teil persönlich dazu beitragen, die 3% auf alle Fälle zu erhöhen“ kündigte einer der Teilnehmer an, seinen eigenen Plan B anzupacken.